Comet Startrails

Heute möchte ich wiedermal einen Artikel über Astronomy Photography präsentieren und zwar möchte ich besonders auf die Nachbearbeitung eingehen.
Mit welcher Technik man den Sternenhimmel am Besten fotografiert habe ich schon vor einiger Zeit in diesem Artikel erklärt.

Hier möchte ich ein wenig näher auf die Nachbearbeitung und einen einfachen aber wirkungsvollen Effekt eingehen, zu dem mich einer der Besten mir bekannten Naturfotografen, David Kingham, gebracht hat.

Nach dem man viele Stunden Nachts mit der Kamera in der Natur verbracht hat und sich auf die Ergebnisse freut, muss man oftmals feststellen, dass die Bilder einen kräftigen orangen Farbstich haben. Dem kann man mittels Nachbearbeitung entgegenwirken. Wichtig ist, alle Aufnahmen im RAW – Format zu machen, da sich dieses Format wesentlich besser bearbeiten lässt.
Jedoch möchte ich nun als Erstes mal ein paar Beispiele für vorher – nachher zeigen.

 

 

Hier erkennt man eindeutig das Orange Licht der Lichtverschmutzung, was die Bilder ziemlich unästhetisch wirken lässt..
Jedoch kann man diesem Problem sehr schnell entgegenwirken, in dem man den Weißabgleich anpasst. Als weiteren Schritt sollt man sich die einzelnen Farbkanäle anschaun und ebenfalls vorallem die Sättigung und Luminanz der Gelben und Orangen Farbtöne etwas reduzieren. Hat man das gemacht, kann man sich noch mit dunklen und hellen Bildbereichen ein wenig spielen, um die Sterne auf zu hellen und zu dunkle Bildbereiche anzupassen, damit das Foto ein interessanter wirkt. Machen kann man das mittels Gradationskurve. Wichtig ist auch Klarheit und Kontrast gegebenenfalls an zu passen und schon hat man einerseits die Orange leuchtende Lichtverschmutzung beseitigt und dem Bild mehr Kraft gegeben.

Eine größere Herausforderung stellt die Milchstraße dar, die das beliebteste Objekt bei der Astronomy Photography ist.

Bei diesen Beispiel musste ich ebenfalls den Weißabgleich wieder anpassen und habe während dessen einen leichten rosa Farbstich hinzugefügt, der die Milchstraße interessanter wirken lässt. Beim Original in der rechten Bildhälfte kann man auch ganz leicht einen so genannten “Airglow” erkennen, der vorallem in Sommernächten einen leichten grün bis blau Stich auf die Fotos bringt. Diesen kann man ebenfalls mittels Farbkorrektur über die einzlenen Kanäle beseitigen.

Hat man das alles erledigt sollte man sich noch dem Bildrauschen widmen, was vorallem bei billigeren Kameras oft ein Problem darstellt. Jedoch sollte man nur die Farbsättigung des Rauschens entfernen und die Körnung nur minimal, da man ansonsten auch schwächer leuchtende Sterne entfernt.

Startrails:

Nach dem man seine Bilder nach eigenem Geschmack fertig bearbeitet hat, kann man noch verschiedene Effekte anwenden, wie hier zb die Startrails zeichnen. Einerseits kann man das im Photoshop machen, in dem man jedes einzelne Bid der Serie in eine eigene Ebene ladet und mit “aufhellen” bzw “Lighten” die hellen Bildbereiche addiert und andererseits gibt es hier auch ein kleines Tool, was die Arbeit erledigt und sehr einfach zu bedienen ist. Vorallem bei mehreren Fotos leistet dieses kleine Programm  gute Dienste.

 

Comet Startrails:

Da jedoch die üblichen Startrails oftmals nicht mher besonders spektakulär wirken, habe ich mich einer neuen aufwendigeren aber wesentlich interessanteren Technik zugewendet, den Comet Startrails. Als Erstes habe ich mit 20 Bildern experimentiert, die in Photoshop eingefügt habe und die Deckkraft des ersten Bildes auf 2% gestellt habe. Danach habe ich diese für jedes weitere Bild um jeweils 2% erhöht bis ich bei 40% angelangt bin und das letzte Bild auf 100% Deckkraft gestellt.

Begeistert von diesem ersten Ergebnis wars nun an der Zeit mit mehreren Bildern zu experimentieren. Hier habe ich die Deckkraft in kleinen Schritten nur noch bis maximal 30% erhöht, damit die Sterne des letzten Bildes noch deutlicher hervorleuchten und die Ergebnisse wurden wesentlich interessanter.

 

 

Nach diesen gelungenen Versuchen wollte ich nun auch die Milchstraße mit diesem Effekt versehen. Jedoch musste ich das anders machen, da ansonsten die Milchstraße einfach nur verwischen würde und das nicht gut aussieht. Deswegen habe ich alle Fotos, bis auf das Erste der Serie mit Hilfe der Gradationskurve, so weit abgedunkelt, dass nur noch die Sterne zu sehen waren und die Milchstraße verschwunden ist. Diese Bilder habe ich dann wieder wie die vorigen zusammengefügt und voila, die Milchstraße mit Comet Startrails.

 

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