Hochwasser 2014

Wie schon wenige Tage vor dem Ereignis befürchtet ist nun leider das Schlimmste eingetroffen und es gab verbreitet ein markantes Hochwasserereignis, stellenweise sogar weit über HQ100!

Bericht:

Am 15. Mai begann es um die Mittagszeit verbreitet zu regnen. Teilweise außergewöhnlich stark mit Niederschlagsraten deutlich über 10mm/h über mehrere Stunden hinweg! Zu diesem Zeitpunkt war ich noch in Wien in meiner kleinen Studentenwohnung und erwartete nichts aufregendes, jedoch sprachen die Messwerte bald eine andere Sprache und langsam sah die Sache etwas gefährlicher aus. Eigentlich musste ich für eine Prüfung am nächsten Tag lernen, doch die Flüsse begannen rasch zu steigen, der Regen wurde immer stärker und es mussten laufend Updates, Warnungen und Statusmeldungen verfasst werden, die mich immer wieder vom Lernskript weg brachten. Gegen 3 Uhr Nachts war endlich Zeit für stolze 2 Stunden Schlaf. Doch gegen 5 Uhr gings schon wieder aufgeregt vor den PC und siehe da, eine weitere massive Verschlechterung der Situation, was eine Akute Hochwasserwarnung verlangte!
Bald darauf gings zur Uni die Prüfung machen, 20 Minuten später nach dem Motto “veni vidi vici” gings ab zum Bahnhof heimwärts und nach einem guten Mittagessen im trauten Heim gings zur Erlauf, die mittlerweile einen bedrohlichen Wasserstand erreicht hatte!

 

Stellenweise gab es sogar erste Ausuferungen, wie hier am Sandweg.

Ebenso Richtung Messeglände Wieselburg erkannte man schnell, dass die Erlauf einen bedrohlich hohen Pegel erreicht hatte.

 

Am eindrucksvollsten zeigten jedoch die Wassermassen bei der Fahnerwehr ihr Kraft! Zum Teil meterhohe Wellen schossen mit hoher Geschwindigkeit nur wenige Zentimeter vom Ufer entfernt vorbei

 

 

 

 

 

und lautes Getöse ließen die Kraft dieser Fluten erahnen.

 

 

Wie zu erwarten gab es leider stellenweise größere Ausuferungen, wie hier zum Beispiel beim  Messegelände Wieselburg.

 

 

Zum Glück lies der Regen im Laufe des Nachmittags wieder nach und somit begann sich die Hochwassersituation langsam zu entspannen.

Passend zu den Eisheiligen 2014 kam auch das “Sauwetter” und warum es dazu kam hab ich schon in meiner Prognose vom 14. Mai erklärt.

Ablauf:

Allerdings möchte ich nun den Ablauf des Ereignisses etwas näher betrachten.
Begonnen hat das Niederschlagsereignis am Vormittag des 15. Mai, der Regen intensivierte sich sukzessive und erreichte am Vormittag des 16. Mai seinen Höhepunkt. Danach schwächte sich der Regen wieder ab und nach dem flächendeckenden Starkregen folgten nur noch einige Regenschauer, die zum Glück eine leichte Entspannung der Hochwassersituation zuließen.

Am Niederschlagsradarloop erkennt man sehr schön den Flächendeckenden Starkregen und die verbreitete Schauertätigkeit am Nachmittag des 16. Mai.

 

Auch anhand der Niederschlagssummen erkennt man wie heftig der Regen war! Von 15. Mai Mittag bis 16. Mai Mittag regnete es verbreitet 100 bis 150 l/m², punktuell noch deutlich mehr!

Von Freitag Mittag bis Samstag Mittag kamen verbreitet weitere 40 bis 60l/m² dazu

und selbst von Samstag Mittag bis Sonntag Mittag kamen nochmals 20-40l/m² dazu.

Somit fielen binnen weniger Stunden verbreitet über 100l/m² Wasser vom Himmel und während des gesamten Wochenendes verbreitet um die 200, punktuell an die 300l/m² (genauere Daten werden bei Bedarf noch ergänzt)

Zur Folge hatte dies ein massives Hochwasser, wie zb am Oberlauf der Pielach, wo es die schlimmsten Überflutungen gab.

Allerdings wurden auch an der Erlauf beachtliche Pegel erreicht, die durchaus das Niveau vom Hochwasser 2007 erreicht haben.

 

 

 

Gut zu erkennen an den Durchflussverläufen sind die stagnierenden Pegel mit der Schauertätigkeit am 17. Mai, was zeigt, dass der Boden absolut kein Wasser mehr aufnehmen konnte.


Schlusswort:

Einmal mehr möchte ich mich an dieser Stelle bei den Feuerwehren und allen Helfern bedanken, die geholfen haben diese Katastrophe zu überstehen!

Zum Abschluss möchte ich noch ein kurzes Video zeigen, was das Ausmaß des Hochwassers in Wieselburg zeigt:

 

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