Strukturreicher Abschluss

Am 21. Mai war der letzte von drei aufeinander folgenden Unwettertagen und somit auch der Abschluss dieser Unwettertrilogie. Nachdem in den vorhergehenden Berichten schon Blitze, Kaltfronten, Böenfronten und wunderschöne Sonnenuntergangsstimmungen beschrieben wurden, möchte ich in diesem Bericht wieder ein wenig theoretischer auf die südlich von mir vorbeiziehende Mesozyklone eingehen und warum es bei unter 20°C überhaupt Gewitter gab.

Bericht:

Alles fing wie gewohnt mit einem schönen sonnigen Tag an, als es im Laufe des Nachmittags im Westen dunkler wurde und bald erste Strukturen zu sehen waren.

 

Rasch näherte sich die Böenfront und die Strukturen wurden immer eindrucksvoller.

 

 

Bis letztenendes die südlich vorbei ziehende Mesocyklone schön sichtbar wurde und danach Regen einsetzte.

Nach ein paar Blitzen, ein wenig Regen und Wind war das Gewitter wieder vorbei und es gab noch einen schönen Sonnenuntergang zu sehen.

Analyse:

Hier am Radarloop erkennt man schön die Gewitterzelle, die vorbeizog und bald darauf mit anderen verclusterte.

Jedoch wie entsteht so eine Mesocyclone und das bei so geringen Temperaturen?
Die Antwort liefern die nächsten zwei Bilder.
Auf folgender Karte erkennt man die zur Verfügung stehende Energie (Farbflächen) und die Windrichtungen in verschiedenen Höhen und Geschwindigkeiten. Man erkennt sofort, dass die Blauen Pfeile, hoch obenin der Atmosphäre, besonders lang sind, was auf einen starken Höhenwind schließen lässt. Somit gibts Geschwindigkeitsscherung und der Aufwind eines Gewitters kann in Rotation versetzt werden.

Die nächste Grafik ist ein sogenanntes Skew-T Diagramm, was die aktuelle Schichtung der Atmosphäre, bezogen auf Lufttemperatur und Taupunktstemperatur zeigt. Man erkennt, dass der rechte Graph stetig nach oben hin abfällt (Lufttemperatur) was in dieser Gleichmäßigkeit eher unüblich ist und auf Höhenkaltluft schließen lässt. Zusätzlich sieht man, dass es in Höheren Schichten sehr trockene Bereiche gibt (Linker Graph – Taupunktstemperatur) was Luftpackete noch mehr zum aufsteigen anregt. Somit war es nur eine Frage der Zeit, bis Konvektion eintritt. Die Zahlen auf der rechten Seite sind verschiedene Parameter und der Index TOTL zeigt die summierte Differenz zwischen den Temperaturen und Taupunkten in einer Höhe von jeweils 850hPa und 500hPa. Dieser Wert ist mit rund 26 relativ hoch und deutet auf Höhenkaltluft hin, die schon am Vortag ebenso teils heftige Gewitter brachte.
Solch eine Höhenkaltluft ist für ein Tiefdruckgebietszentrum typisch, wie es zu der Zeit vorhanden war. Man erkennt den Tiefdruckwirbel anhand der Windrichtungen, der Pfeile in obiger Grafik.

Mit diesen Bericht möchte ich die Unwetter Trlogie des Mai 2013 beenden und zum Abschluss noch ein Video zeigen, in dem man wunderbar die rotierende Mesocyklone sehen kann.

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