Superzellen aus Süd

Am 2. Mai 2018 war einer der gewitterreichsten Tage in Wien seit Beginn der Messgeschichte.
Alles begann ganz unscheinbar mit einem kleinen Gewitter über der Nordosthälfte Wiens mit 3cm großem Hagel und bald darauf war wieder Ruhe eingekehrt. Allerdings nicht lange, weil aus Süden näherten sich weitere Unwetter, die weitaus mehr Power drauf hatten!

Auf dem Bild sieht man eine klassiche Superzelle, die in einem rießigen Gewittercluster von Südosten über Ostösterreich zog.

Am nächsten Foto sieht man schön die Temperatur an der Wolkenoberkante. Diese ist zur Messung der Höhe der Gewitterwolken wichtig und zeigt, dass der Cluster durchwegs zwischen -60 und -65°C erreicht hat, was in etwa einer Höhe von 12 bis 15km entspricht.

Dieser Cluster brachte einerseits gewaltige Niederschlagssummen von bis zu 100l/m² binnen weniger Stunden,

andererseits enorme Blitzraten!

Am Niederschlagsradar erkennt man ebenfalls sehr schön wie verbreitet und Intensiv die gestrige Gewitteraktivität war.

Gegen 20:30 kam es im Westen Wiens sogar zu einer vermeintlichen Tornadosichtung, die allerdings aufgrund der Beobachtung keine war!

Einerseits spricht das Windfeld dieses Zeitraumes voll dafür, dass sich ein Tornado ausgebildet haben könnte, allerdings zeigt die Wetterstation Jubiläumswarte aus diesem Bereich zu diesem Zeitpunkt keine Auffälligkeiten.

Obwohl die Wolkenstrukturen extrem Auffällig aus sahen schien es sich tatsächlich um einen Tornado am Boden zu handeln! In dieser Karte sieht man den Standort skizziert und die Blickrichtung.

Ebenso das Radar zeigt zu dieser Zeit eindeutige Strukturen. Der gelb/orange Strich aus Osten markiert die Versorgungslinie direkt in das rotierende Gewitter.

 

Allerdings sieht man im nachfolgenden Video keine Hinweise, das es einen Tornado am Boden zu diesem Zeitpunkt gab. Einerseits zogen die Wolken sehr tief, andererseits haben diese nicht rotiert und markieren nur den senkrechten nicht rotierenden Aufwind. Am Abend des 2. Mai  war allerdingsdie Gefahr das sich ein Tornado bilden kann, so groß wie schon seit einigen Jahren nicht mehr und ein solches Ereignis kann, wie die Geschichte zeigt, auch in unseren Breiten sehr intensiv auftreten! Zum Glück gab es aber am 2.5. 2018 um 20:30 keinen Tornado in Wien.


 

PS: sollte es vor oder nach meiner Beobachtung Tornados gegeben haben, folgen Updates!

Nach oben